Generation Y - YOLO - You Only Live Once

Generation Y gab es doch schon immer

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Ein Erlebnis vor kurzem auf einer Konferenz mit HR-Vertreten großer Unternehmen: etwa 20 Konferenzteilnehmer sitzen in einem Raum an Tischen, die zu einem Rechteck aufgestellt sind. Der Moderator führt locker in das Thema der Diskussion ein. Nachdem sich die Teilnehmer warm gelaufen haben, wird es einer Person offenbar zu bunt und es erklingt lauthals das Statement: “Hört mir doch endlich auf mit der Generation Y! Als wir damals noch jung waren, wollten wir doch auch, dass alles anders wird! Wir hatten genauso unsere Ansprüche an unsere Arbeitgeber! Das ist doch nichts Neues!”

Mit einem mal war Pfeffer in der Diskussion. Der Moderator hielt sich zurück, denn wahrscheinlich hatte er dieses Thema und das damit verbundene Konfliktpotential in dieser Runde nicht erwartet. Ein Großteil der Teilnehmer versuchte, den Störenfried zu bekehren. Natürlich stellte der sich quer. So gab es am Ende keine allgemein akzeptierbare Lösung für die aufgeworfene Frage.

Bekannte Perspektiven – unbekannte Möglichkeiten

Viel wird der Generation Y nachgesagt: sie sei zu anspruchsvoll, zu unverbindlich. “Sie” wollen selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Es geht “ihnen” um Sinn bei der Arbeit, noch viel mehr als um ein hohes Gehalt, und es soll im Job nicht langweilig werden. Die Liste an vermeintlichen Anforderungen dieser jungen Menschen an ihren Beruf und an ihr Leben ist nahezu unendlich. Es kommt ganz darauf an, welchen Artikel man liest oder auf welche Seite Google bei der Recherche nach der Generation Y verlinkt.

Offensichtlich ist jedoch, dass die sogenannte Generation Y, also die Geburtsjahrgänge ab 1980 bis zur Jahrtausendwende, mit einer zunehmenden Globalisierung sowie der wachsenden Digitalisierung groß geworden ist. Ihnen ist es fast schon in die Wiege gelegt worden, mit Computern umzugehen, im Ausland zu studieren und sich bereitwillig mit digitalen Medien zu beschäftigen. Neue Technologien und ein weiter Blick auf die Welt waren ihnen schon früh vertraut. Und so entwickelten sich ihre eigenen Vorstellungen und Erwartungen dementsprechend. Diese jungen Leute machten ihre Erfahrungen, sie sammelten Erlebnisse und das prägte ihre Sicht auf die Welt.

Wie mag nun jemand auf die Generation Y blicken, der in der Zeit vor 1980 aufgewachsen ist? Eine Zeit, in der die heute so prägenden Globalisierungs- und Digitalthemen noch eine kleinere Bedeutung hatten? Und jemand der sagt: “Wir wollten das doch auch! Das ist doch nichts Neues!”. Das klingt zunächst einmal nach einer Gemeinsamkeit. Die jungen Leute von heute haben die gleichen Ansprüche wie die jungen Leute von damals. Eigentlich eine schöne Feststellung! Doch gleichzeitig schwingt hier auch die Betonung des Unterschieds mit: warum sollte es “ihnen” heute anders gehen als “uns” damals?

Chancen der Generation Y erkennen

Und schon schnappt die Falle zu. Die Grenze ist gesetzt und wer darüber hinaus geht, gehört einfach nicht mehr dazu. Es entstehen zwei Lager, die sich gegenüberstehen und nichts bewegt sich mehr. Viel schlimmer: die Gräben werden tiefer. So werden also trotz Gemeinsamkeiten die Unterschiede in den Vordergrund gestellt und sie werden schwer überwindbar.

Wäre es nicht besser, wenn sich die beteiligten auf die Chancen konzentrieren würden? Die gemeinsame Basis der “alten” Jungen und der “jungen” Jungen besteht schließlich im Anspruch daran, das “es” besser laufen muss: Wir produzieren zu viel Müll. Wir verpesten unsere Innenstädte mit immer mehr Abgasen. Wir überdüngen unsere Felder. Wir essen zu viel Fleisch. Wir verschmutzen unser Trinkwasser. Und wir wissen, dass wir das ändern müssen!

Die Generation Y traut sich heute, ihre Ansprüche zu äußern. Die Ypsilons entwickeln sogar realisierbare Ideen und erfolgreiche Unternehmen, die manches Alte verändern und es neu zum Blühen bringen. Dabei gab es das eine oder andere schon einmal – vielleicht aber damals noch etwas anders. Und manchmal gab es das Neue damals noch nicht – dafür aber jetzt, zum ersten Mal. Die jungen Ypsilons nutzen ihre Chancen! Und die “alten” Nicht-Ypsilons stehen manchmal da und verstehen die Welt nicht mehr.

Der Herr auf der HR-Konferenz, der sich anfangs gegen die Generation Y gestellt hatte, ist sich selbst in die Falle gegangen. Er ließ sich seinen Blick von den Unterschieden zwischen den Generationen vernebeln. So war es ihm nicht möglich die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und darauf aufzubauen. Wäre es ihm gelungen, seine Perspektive zu wechseln, so hätte er erkannt, dass die heutige Zeit eine Menge an neuen Chancen bietet, um auch seine Wünsche von damals jetzt real werden zu lassen. Gerade heute könnte die Zeit sein, dass auch seine “alten” Ideen jetzt umgesetzt werden können, weil die Welt globaler und digitaler geworden ist.

Ideen brauchen die richtige Zeit

Manchmal brauchen Ideen also die richtige Zeit. Bis dahin sollten wir sie weiter tragen und weiter träumen, anstatt sie gleich niederzuknüppeln. Und damit wir den richtigen Zeitpunkt erkennen können, brauchen wir die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Denn ein Wechsel des Blickwinkels hilft uns dabei, die Chancen zu erkennen, die uns zunächst verborgen sein mögen. So ergeben sich neue Impulse für unsere alten Ideen und bestimmt auch ganz neue Ideen, die wir wachsen lassen können.

Hier sind drei Tipps für Dich, wie Du Deinen Perspektivenwechsel trainieren kannst, damit Du die Chancen hinter anderen Blickwinkeln besser erkennen kannst:

Viel Erfolg beim Gewinnen neuer Einblicke und beim Umsetzen Deiner (alten?) Ideen!

Foto: stock.adobe.com / © nito

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